Kategorie: Tor & Jubel

  • „Wann ist Halbzeit?“ – FCSP:FCU

    Ich kann es nur wiederholen: Als Anhängsel braun-weißer Fußballfans hat man es aktuell nicht leicht. Wieder ein Spieltag, wieder eine Niederlage, wieder Frust in Braun.

    Das Debakel gegen die Eisernen aus Berlin hätte ich sogar live, in Farbe und Kälte mitnehmen können. Aber selbst ich habe manchmal Glück: Das Mini-Anhängsel verweigerte kategorisch den Stadionbesuch. Also blieben wir auf der warmen Couch, während Papa sich im Stadion den Hintern abfror.

    Zum Spiel selbst kann ich deshalb nicht viel sagen. Die entsprechenden Abos für die Sonntagsspiele haben wir nicht.

    Also, außer vielleicht Folgendem:

    Es wird langsam Zeit, sich ernsthaft zu fragen, ob die aktuelle Teamkonstellation überhaupt noch funktioniert. Genau das hatte ich schon im letzten Posting angemerkt – und seitdem ist, abgesehen von Irvines Rückkehr in die Startelf, nicht allzu viel passiert. Und scheinbar war genau diese Rückkehr kein Glücksgriff: Laut Kicker eine glatte 5. Unterirdisch.

    Ich hatte ja eigentlich gedacht: „Der Jackson… also der Jackson Irvine, den brauchts doch in der Startelf, damit’s wieder Richtung Punkte geht.“ Kann sein. Kann aber auch nicht sein. Nach einem einzigen Spiel lässt sich das schwer beurteilen.

    Und wahrscheinlich bekommt St. Pauli erstmal noch eine weitere Klatsche – das nächste Spiel ist ausgerechnet gegen Bayern München, also bitte – damit man dann ein zählbares zweites Spiel, auswärts in Köln, mit Irvine in der Startelf bekommt. Erst dann wird man sehen, ob da wirklich ein Hebel steckt oder ob das Wunschdenken mit Totenkopf-Logo war.

    Die Trainerfrage scheint offiziell nicht im Raum zu stehen.
    Inoffiziell sollte sie aber langsam mal anklopfen.

  • “Wann ist Halbzeit?“ – SCF:FCSP

    Als Anhängsel braun-weißer Fußballfans hat man es aktuell nicht leicht. Sagen wir es direkt: Beim FC St. Pauli läuft gerade wenig zusammen. Da verliert nicht nur ein Mannschaftsteil die Orientierung, da wirkt die ganze Elf so, als hätten sie kollektiv vergessen, wie man Fußball spielt. Und nein, man kann es diesmal nicht auf „die Abwehr“, „das Mittelfeld“ oder „den Sturm“ schieben. Es ist alles. Komplett.

    Als Begleitperson sitzt man dann da, hört sich das Gefluche und das „Was machen die denn da vorne?!“ geduldig an. Und ja, man fiebert trotzdem mit, wenn die Braun-Weißen sich ausnahmsweise mal in Richtung gegnerischen Strafraum bewegen – aber genau da scheint der Matchplan zu enden. Das war’s dann. Ende der Idee.

    Nach 90 Minuten plus obligatorischer Nachspielzeit kommt am Ende wieder nur eine Niederlage raus. Man fragt sich automatisch: „Ja… woran hat es gelegen?“

    Zum Beispiel an dieser Szene gegen Freiburg: Ein Spieler liegt minutenlang am Boden, aber keiner der eigenen Leute spielt den Ball ins Aus. Niemand übernimmt Verantwortung, niemand moderiert, niemand ordnet. In solchen Momenten sieht man es glasklar: Dieses Team ist gerade kein Team. Es fehlt nicht nur ein Torjäger. Es fehlt jemand, der zusammenschweißt. Einer, der ansagt, wie’s weitergeht – und dem der Rest folgt.

    Die Einwechslung von Irvine hat das kurz aufblitzen lassen. Plötzlich schien da eine Idee von Zusammenhalt. Ein Funken. Ein „vielleicht geht doch was“. Aber am Ende blieb es beim Anschlusstreffer. Mehr war nicht drin.

    Es fehlt Spirit. Es fehlt Kante. Es fehlt das Gemeinsame.

    Vielleicht wäre es mal an der Zeit, das Training vom Rasen in eine Teambuilding-Maßnahme zu verlagern. Lagerfeuer, schlechtes Gruppen-T-Shirt, Kreisspiele – völlig egal. Hauptsache, irgendwer ruft am Ende wieder glaubhaft:

    „Ja, wir schaffen das.“

    Und man glaubt es ihm.