Es ist schon etwas länger her – ich arbeite mich gerade durch meine gefühlten 100 Notizen, aber: Ich war im Sommer mit meiner Rosi beim Bikefitting – hauptsächlich wegen zweier Probleme:
- Eingeschlafene Hände bei längeren Fahrten (kam aber eher beim alten Scott-Fahrrad vor, vermutlich wegen des Lenkers)
- Rückenschmerzen im unteren Bereich – vor allem bei längeren Fahrten
Ich erzählte, dass ich gerne mal die 100 Kilometer am Stück fahren würde, aber da die Rückenschmerzen etwas nachteilig sind und dass ich auf eine Sprintdistanz trainiere. Nach der Anamnese bekam ich kleine Markierungspunkte an Hüfte, Knie und Fußgelenk, für die Videoanalyse, geklebt. Dann ging’s aufs Rad – entspanntes Pedalieren genügte.

So sah es aus. Ein Profi würde vielleicht nicht sofort erkennen, dass meine Arme zu sehr gestreckt sind, aber man sieht sehr wohl, dass meine Schultern viel zu hochgezogen sind. Das würde am Ende des Tages zu einem steifen Nacken führen.
Während meine Bikefitterin mir zusah, hatte ich angenommen, dass mein Sattel höher und weiter nach hinten müsste, aber die Expertin sah das anders: „Den Sattel tiefer und etwas weiter nach vorne.“ Na gut, ich ließ mich darauf ein.
Zusätzlich wurde die Neigung der Brems-/Schaltgriffe korrigiert und meine Cleats neu eingestellt. Im weiteren Verlauf wurden drei mögliche Veränderungen diskutiert:
- eine andere Sattelstütze
- ein kürzerer Vorbau
- ein anderer Lenker
Nach kurzer Recherche entschieden wir gemeinsam: Der kürzere Vorbau bringt erstmal den größten Effekt. Zwar war gerade keiner zur Hand, aber ein neuer Termin zum Umbau war schnell vereinbart.

Der Termin brachte mir nicht nur technische Erkenntnisse, sondern auch wertvolle Tipps für mein eigenes Fahrverhalten.
- Arme leicht gebeugt halten statt durchzustrecken – das entlastet Schultern und Nacken.
- Mittleren und oberen Rücken nicht zu stark abrunden, eher gerade-schräg halten
- Körperhaltung immer wieder überprüfen – kleine Fehler schleichen sich schnell ein.
Als endlich der kleine Vorbau geliefert wurde, trafen wir uns erneut und sie montierte diesen schnell. Ich schwang mich noch einmal auf Rosi, und dieses Mal sah meine Haltung schon viel professioneller aus.
Was habe ich aus meinem Bike-Fitting gelernt?
Tatsächlich ist Radfahren mehr als nur „aufs Fahrrad schwingen und los treten”! Bei meinen kommenden Fahrten – ob draußen oder drinnen – muss ich mir immer wieder die drei oben genannten Haltungspunkte ins Gedächtnis rufen, meine Haltung immer wieder korrigieren und dabei in die Pedale treten. Das Bikefitting hat mir vielleicht nicht so viel bei der Ausrüstung gebracht, dafür aber beim Blick auf mich selbst.
Wenn du dich jetzt fragst, was Bikefitting genau ist und für wen das was ist, kannst du das gerne hier nachlesen!


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