Als Anhängsel braun-weißer Fußballfans hat man es aktuell nicht leicht. Sagen wir es direkt: Beim FC St. Pauli läuft gerade wenig zusammen. Da verliert nicht nur ein Mannschaftsteil die Orientierung, da wirkt die ganze Elf so, als hätten sie kollektiv vergessen, wie man Fußball spielt. Und nein, man kann es diesmal nicht auf „die Abwehr“, „das Mittelfeld“ oder „den Sturm“ schieben. Es ist alles. Komplett.
Als Begleitperson sitzt man dann da, hört sich das Gefluche und das „Was machen die denn da vorne?!“ geduldig an. Und ja, man fiebert trotzdem mit, wenn die Braun-Weißen sich ausnahmsweise mal in Richtung gegnerischen Strafraum bewegen – aber genau da scheint der Matchplan zu enden. Das war’s dann. Ende der Idee.
Nach 90 Minuten plus obligatorischer Nachspielzeit kommt am Ende wieder nur eine Niederlage raus. Man fragt sich automatisch: „Ja… woran hat es gelegen?“
Zum Beispiel an dieser Szene gegen Freiburg: Ein Spieler liegt minutenlang am Boden, aber keiner der eigenen Leute spielt den Ball ins Aus. Niemand übernimmt Verantwortung, niemand moderiert, niemand ordnet. In solchen Momenten sieht man es glasklar: Dieses Team ist gerade kein Team. Es fehlt nicht nur ein Torjäger. Es fehlt jemand, der zusammenschweißt. Einer, der ansagt, wie’s weitergeht – und dem der Rest folgt.
Die Einwechslung von Irvine hat das kurz aufblitzen lassen. Plötzlich schien da eine Idee von Zusammenhalt. Ein Funken. Ein „vielleicht geht doch was“. Aber am Ende blieb es beim Anschlusstreffer. Mehr war nicht drin.
Es fehlt Spirit. Es fehlt Kante. Es fehlt das Gemeinsame.
Vielleicht wäre es mal an der Zeit, das Training vom Rasen in eine Teambuilding-Maßnahme zu verlagern. Lagerfeuer, schlechtes Gruppen-T-Shirt, Kreisspiele – völlig egal. Hauptsache, irgendwer ruft am Ende wieder glaubhaft:
„Ja, wir schaffen das.“
Und man glaubt es ihm.

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